Mona Lisa im Doppelpack: Die spanische Schwester der Mona Lisa

geschrieben von am 08.04.2019 in Wissenswertes/ Tipps mit 14 Kommentare

Mona Lisa im Doppelpack. Wer bisher dachte, dass es nur eine „Mona Lisa“ gibt, der hat geirrt. Anfang 2012 haben spanische Kunstexperten des Madrider Prado bekanntgegeben, dass Sie bei Restaurierungsarbeiten einen außergewöhnlichen Fund gemacht haben: Eine Kopie der zwischen 1503-1506 von Leonardo da Vinci gemalten Lisa Gherardini, heute besser bekannt als „Mona Lisa“. Kopien der zart lächelnden Mona Lisa sind an sich nichts neues, gibt es doch seit Anfertigung des Originals ungefähr ein Dutzend Reproduktionen von Künstlern, die dem Charme der Mona Lisa nicht widerstehen konnten. In diesem Artikel könnt ihr interessante Infos zur Entdeckung der neuen Mona Lisa nachlesen.

Eine neue Mona Lisa aus Madrid

Doch die kürzlich im Prado entdeckte Kopie der Mona Lisa im Louvre von Paris ist anders als bisherige Kopien. Hochmoderne Analysen der Farben und des Hintergrunds haben ergeben, dass die spanische Kopie zur selben Zeit entstanden sein muss wie das Original von da Vinci. Bei Untersuchungen per Infrarot und Röntgentechnologie wurde unter dem schwarz gefärbten Hintergrund des spanischen Bildes eine dem Original zum Verwechseln ähnliche Landschaft entdeckt. Das Alter der verwendeten Farben lässt erkennen, dass beide Werke zur selben Zeit und im selben Atelier gemalt wurden. Auch die Grösse des Gemäldes ist fast identisch.

Mona Lisa im Doppelpack: Warum gibt es zwei Mona Lisas?

Zu da Vincis Zeiten war es üblich, dass der Meister ein Bild entwirft und es anschliessend seinen Schülern zeigt und diese es abmalen. Mit ziemlicher Sicherheit konnten die Kunstexperten des Prado sagen, dass es sich bei dem Maler der spanischen Mona Lisa um einen der beiden Lieblingsschüler da Vincis, nämlich Andrea Salai oder Francseco Melzi handele. Beeindruckend ist neben der Ähnlichkeit und des Alters auch die Tatsache, dass man genau nachvollziehen kann, wie da Vinci sein berümtestes Gemälde anfertigte. Denn auf der entdeckten Kopie hat da Vincis Schüler alles kopiert, auch Korrekturen und kleinste Veränderungen, genau wie der Meister selbst.

Die unter dem schwarzen Hintergrund versteckte Landschaft ist auf der spanischen Mona Lisa viel besser erhalten als die des Originals. Auch der Gesamtzustand des spanischen Abbildes ist besser, befindet es sich doch seit 400 Jahren im Madrider Prado. Das Original hingegen hat seit seiner Entstehung vor mehr als 500 Jahren schon einiges erlebt. Es wurde an vielen verschiedenen Orten aufbewahrt, u.a. in Florenz und in den Gemächern Napoléons, 1911 wurde die Mona Lisa von Vincenzo Peruggia, einem Italiener geklaut, der zu dieser Zeit im Louvre Bauarbeiten durchführte. Zwei Jahre lang versteckte er das Meisterwerk da Vincis unter seinem Bett, bevor er es 1913 in Italien an einen Antiquitätenhändler verkaufen wollte. Dieser alarmierte die Polizei und Peruggia wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt und die Mona Lisa wohlbehalten in den Louvre zurückgebracht.

Auch wenn die Ähnlichkeit der beiden Werke verblüffend ist, gibt es nur eine wahre Mona Lisa und die wurde von Leonardo da Vinci, einem der größten Künstler aller Zeiten gemalt. Die spanische Kopie kommt an die besondere Aura des im Louvre zu sehenden Originals mit seiner bewegenden Geschichte nicht heran. Auch Wissenschaftler sind sich einig, das Gemälde im Madrider Prado ist eine schöne, gelungene Kopie, doch die Technik von da Vinci ist einzigartig und nicht kopierbar.

Mona Lisa ist übrigens die deutsche Übersetzung, der italienische Originaltitel lautet „La Gioconda“ und im Französischen „La Joconde“.

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