Zur Sicherheit in Paris

geschrieben von am 29.07.2016 in Wissenswertes/ Tipps mit 1 Kommentar

Zur Sicherheit in Paris. Kurz nach den Ereignissen des letzten Jahres in Paris wurde in Frankreich der Ausnahmezustand verhängt. Er dauert immer noch an und wird voraussichtlich am Anfang 2017 enden. Im Gespräch mit Kunden während Stadtführungen und auch im Mailaustausch mit Lesern meiner Seite habe ich gemerkt, dass es häufig Verständnisprobleme in Bezug auf das Wort und die Bedeutung von Ausnahmezustand gibt. Deswegen möchte ich euch gern erklären, was der Ausnahmezustand in Paris bedeutet und wie er sich auf die Besucher und Einwohner in Frankreichs Hauptstadt ganz konkret auswirkt. Am Ende des Artikels wird zudem die Frage gestellt: Wie sicher ist Paris?

Bedeutung Ausnahmezustand in Paris

Ich habe Emails bekommen, in denen ich gefragt wurde, ob die Metro in Paris fährt, ob Museen und Sehenswürdigkeiten denn überhaupt geöffnet sind und um wie viel Uhr man spätestens im Hotel sein muss bzw. ob man es aufgrund des herrschenden Ausnahmezustands überhaupt verlassen darf. An diesen Fragen habe ich gemerkt, dass es Aufklärungsbedarf in Bezug auf den Ausnahmezustand in Paris gibt.

Was bedeutet Ausnahmezustand?

Sagen wir mal so, sichtbar und spürbar ist der Ausnahmezustand für Paris-Besucher und Paris-Bewohner nicht. Der verhängte Ausnahmezustand dient vor allem den Sicherheitskräften, da Hausdurchsuchungen und das Verhängen von Hausarrest ohne richterlichen Beschluss möglich sind, genauso wie das Verbot von Kundgebungen und großen Menschenansammlungen. Auf den Betrieb der öffentlichen Verkehrsmittel, die Öffnungszeiten bekannter Museen und Sehenswürdigkeiten oder gar die Bewegungsfreiheit hat der Ausnahmezustand keinen Einfluss. Das Leben in Paris funktioniert in dieser Hinsicht ganz normal.

Wie sicher ist Paris?

Das ist eine Frage, die mir oft gestellt wird. Beantworten kann ich sie nicht wirklich. Ich kann euch aber sagen, wie sicher ich mich in Paris, meiner Wahlheimat seit mittlerweile acht Jahren, fühle. Unmittelbar nach dem 13. November war mir zugegebenermaßen etwas mulmig zumute. Vor allem auf Terrassen habe ich wie ein Erdmännchen gesessen und zu allen Seiten Ausschau gehalten.

Restaurants Relais de la Butte

Die Normalität in Paris ist recht schnell wieder eingekehrt. Die Mehrheit der Pariser findet dies gut, da, wie sie sagen, man unter ständiger Angst sonst aufhören würde zu leben. Die Franzosen sind ein Lebevolk, das ist allseits bekannt. Sie lassen sich ihr Savoir-Vivre nicht nehmen und leben ihr Leben wie gewohnt weiter. Dazu zählen eben auch regelmäßige Besuche in Restaurants und Cafés, deren Terrassen sich mit den wärmer werdenden Temperaturen wieder großer Beliebtheit erfreuen.

Terrasse in Paris

Kurz nach dem 13. November konnte man auf dem Kurnachrichtendienst Twitter Hashtags wie „jesuisenterrasse“ (zu dt. Ich sitze auf der Terrasse) oder „jesuisaurestau“ (zu dt. ich bin im Restaurant) als Ausdruck der Solidarität haufenweise lesen.

Sicherheitsfrage in Paris – Was sagt die Stadt?

Wer als Tourist nach Paris kommt, stellt sich die Frage, wie sicher Paris heute eigentlich ist. Diese Frage habe ich an den stellvertretenden Bürgermeister von Paris, Jean-François Martins, weitergegeben. (Foto © Steven Hille)

Delegation_Paris

Mit ihm habe ich in einem Interview über die Sicherheit in Paris gesprochen. Das nachfolgende Video hat mein Bloggerkollege Steven von funkloch.me erstellt. Auch darin steht die Sicherheit in Paris im Mittelpunkt.

In meinem Gespräch mit Jean-François Martins ging es mir vor allem um die aktuelle Lage in Paris und das bevorstehende Groß-Event die Fussball-Europameisterschaft, die dieses Jahr von 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich ausgetragen wird. Er bestätigte mir, dass es ein großes Public Viewing am Eiffelturm in Paris geben wird,. Es bietet Platz für bis zu 120.000 fußballbegeisterte Besucher. Die Kontrollen am Eingang des Public Viewing sind streng, Rucksäcke und Glasflaschen sind komplett verboten. Alle Fans, die in die geschlossene Fanzone dürfen, werden zuvor auf verbotene Gegenstände durchsucht. Zudem wird es ein großes Polizeiaufgebot und zivile Polizisten geben, die sich unter die Fußballfans am Eiffelturm mischen. 350 Freiwillige unterstützen die Polizei bei ihrer Arbeit.

Paris bleibt Paris

Ich fühle mich heute wieder sicher in Paris. Ich gehe unbeschwert ins Museum, schaue mir Kinofilme an und kaufe in großen Kaufhäusern wie der Galeries Lafayette ein. Die Soldaten mit Maschinengewehr gehören schon länger zum Stadtbild von Paris. Daran gewöhnt man sich. Sie patrouillieren meist in der Nähe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und sollen dazu dienen, dass man sich sicherer fühlt. Inwiefern das funktioniert, muss jeder für sich selbst bestimmen. Ich kann nur sagen:

Paris sera toujours Paris!

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1 Leser-Kommentar

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  1. Steven sagt:

    Hallo Denise,
    danke für deinen schönen Beitrag. Es ist schön die Meinung von jemanden zu hören, der selbst in Paris lebt. Schön, dass das normale Leben zurück ist. Auf die Freiheit!

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