Metro Paris: Ein Blick hinter die Kulissen der Pariser Metro

Metro Paris, ein Blick hinter die Kulissen der Pariser Metro: Zur Metro in Paris gibt es auf meiner Internetseite sehr viele Materialien, sie reichen von allgemeinen Infos zu öffentlichen Verkehrsmitteln in Paris, über schöne Pariser Metrostationen bis hin zum sehr beliebten Artikel, der sich mit Tickets und Preisen der Pariser Metro beschäftigt. In diesem Beitrag zeige ich euch Einblicke in die Pariser Metro, die ihr als normaler Paris-Besucher so sonst nicht bekommen würdet. Der Artikel „Metro Paris: Ein Blick hinter die Kulissen der Pariser Metro“ beschäftigt sich mit dem Ausbau des Pariser Metronetzes und dem Bau neuer Metrostationen in Paris.

Metro Paris: Infos zur Modernisierung der Pariser Metro

Die Pariser Metro zählt zu den ältesten Metros der Welt. Schon im Jahr 1900 konnten die ersten Pariser und Paris-Besucher die neue Metro zu einer Weltausstellung in der französischen Hauptstadt testen. Wer schon einmal die Metro in Paris genutzt hat, hat sicherlich festgestellt, dass der Kontrast zwischen Alt und Neu an einigen Stellen manchmal ganz schön groß ist. Die Pariser Metro ist aufgrund ihres Alters nicht wirklich behindertengerecht, an zahlreichen Stationen fehlen Fahrstühle und Rolltreppen, die älteren Leuten, Familien mit Kleinkindern und Personen mit körperlicher Einschränkung die Metronutzung in Paris erleichtern könnten.

Metro Verlängerung Linie 14 Paris

Pont Cardinet neue Metrostation Paris

Die Pariser Metro wird fortlaufend modernisiert. Hierzu zählt nicht nur die Modernisierung der Bahnen und Stationen, sondern auch der Ausbau und die Verlängerung der bestehenden Metrolinien in Paris. Auf Einladung der Pariser Verkehrsbetriebe RATP und „Paris Face Cachée“ konnte ich mir die Bauarbeiten der Pariser Metrolinie 14 unter Tage ansehen und mir ein Bild davon machen, wie eine neue Metrostation in Paris entsteht. Gleich vorweg kann ich sagen, dass mein Besuch sehr beeindruckend gewesen ist!

Metro Paris: Die Verlängerung der Pariser Metrolinie 14

Die Pariser Metrolinie 14 ist neben der Linie 1 eine der modernsten Metrolinien in Paris. Sie fährt komplett automatisch ohne Fahrer und ihre Stationen sind alle mit automatischen Türen ausgestattet, die sich nur öffnen, wenn die Metro am Gleis zum Stehen kommt. Die Stationen der Linie 14 verfügen zudem über Fahrstühle und Rolltreppen. Auch an behindertengerechte Zugänge in die Metrostation und vom Gleis in die Bahn wurde gedacht.

Neue Metrostation Paris

Bisher besteht die Metrolinie 14 aus 9 Stationen, bis 2019 sollen 4 neue Stationen zwischen der momentanen Endstation Gare Saint-Lazare und der Mairie de Saint-Ouen im Norden von Paris hinzukommen. Aktuell fährt die Metrolinie 14 mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde, im Vergleich dazu schaffen es andere Linien in Paris gerade mal auf knapp 25 km/h. Alle 85 Sekunden kommt eine Metro, insgesamt werden so 96000 Einwohner ans Pariser Metronetz angeschlossen.

Das Projekt: Verlängerung der Pariser Metrolinie 14

2019 sollen die Stationen Pont Cardinet, Porte de Clichy, Clichy Saint-Ouen und Mairie de Saint-Ouen zum Pariser Metronetz hinzugefügt werden. Der Grund hierfür ist relativ leicht zu erklären: Die Nordverlängerung der Pariser Metrolinie 14 soll die aktuell extrem überlaufende Metrolinie 13 entlasten. Wer schon einmal mit der Linie 13 in Paris gefahren ist, vor allem in den Morgenstunden und abends im Feierabendverkehr, kann den dringenden Bedarf an Entlastung gut nachvollziehen. Die Bauarbeiten haben bereits 2014 begonnen. Seit 2015 bis voraussichtlich 2018 werden die Tunnel gegraben und die einzelnen Stationen angelegt. Der aktuelle Plan sieht vor, bis 2019 die Stationen einzurichten und Tests durchzuführen, bevor die Stationen eröffnet werden und die ersten Fahrgäste kommen.

Verlängerunger Metrolinie 14 Paris

Der Ausbau der Pariser Metrolinie 14 ist Teil des Projektes „Grand Paris“, das in den kommenden Jahren weitere neue Metrolinien (Linie 15, 16, 17 und 18) in Paris vorsieht. Die Linie 14 spielt dabei eine besondere Rolle, da sie später den Pariser Flughafen Orly im Süden der Stadt mit dem Wirtschaftsviertel Saint-Denis-Pleyel verbinden wird. 1,38 Milliarden Euro sind für den Ausbau der Linie 14 in Paris vorgesehen. Hinzu kommen 619,07 Millonen Euro für 35 neue Metrozüge mit jeweils 8 Waggons.

Vergleich der historischen Pariser Metro mit der modernen Linie 14

Ich habe mir die Baustelle der neuen Station Pont Cardinet angesehen, sie befindet sich in einer Tiefe von 25 Metern.

Eingang Metro Baustelle Paris Linie 14

Die Metrostation Porte de Clichy, die auch zur Verlängerung der Linie 14 gehört, liegt mit 40 Metern am tiefsten in der Erde, da sie unter dem Abwassersystem, einer anderen Metrolinie, einem Tunnel der Vorortzüge RER und dem Fundament der Wohnhäuser angelegt wurde. Diese Tiefen haben nicht mehr viel mit der „historischen Pariser Metro“ von 1900 zu tun, für die man die großen Straßen von Paris einfach geöffnet hat und 5 Meter tiefer die Metrostationen sehr linear angelegt hat. Die Linie 14 ist die Metrolinie in Paris mit den längsten Metrozügen. Sie besitzen bisher 6 Waggons und werden bis 2019 auf 8 Waggons aufgestockt.

Metro Paris Bauarbeiten

Metro Paris unterirdisch während Bauarbeiten

Für den Bau einer neuen Metrostation (120 Meter lang und 25 Meter breit) und der Verlängerung einer bereits bestehenden Metrolinie müssen nicht nur neue Tunnel gegraben und neue Stationen angelegt werden, sondern auch ein neues Betriebs- und Wartungszentrum, das auch als Garage für die Metrozüge dienen wird, sobald mehr Züge auf der Linie 14 unterwegs sein werden. Hinzu kommen noch Zugänge für die Feuerwehr und Belüftungssysteme.

Wie wird ein neuer Metrotunnel in Paris geschaffen?

Für das Anlegen einer neuen Metrostation wird die Technik der Schlitzwand verwendet, sie besteht bereits seit den 70er Jahren. Sie dient dazu, eine Betonwand im Boden zu schaffen. Der Vorgang vermeidet das Risiko, die Erde und die umliegenden Gebäude zu destabilisieren.

Neue Metrostation in Paris im Ausbau

Umbauarbeiten Pariser Metro

Um das Prinzip zu verstehen, muss man sich eine Metrostation als Box vorstellen, von der zuerst die Wände gebaut werden, bevor das Innere ausgehoben wird. Zuerst hebt ein Schlitzwandbagger einen Schlitz von einer Tiefe von 40 bis 60 Meter aus. Zur Stabilisierung des Schlitzes wird eine stützende Flüssigkeit eingefüllt. Danach werden Metallkäfige eingesetzt und Beton eingegossen.

zukünftigte Metro Paris

Als ich die Station Pont Cardinet besichtigt habe, war sie in der Phase, in der es an die Innenausstattung geht, d.h. man konnte schon erahnen, wo sich später Rolltreppen und der Bahnsteig befinden werden und auch die Tunnel links und rechts neben der Station sind bereits gegraben gewesen.

Interessante Fakten zum Metrotunnelbau in Paris

Für den Bau einer neuen Metrolinie oder einer neuer Metrostation müssen alle Hausbesitzer oberhalb der Tunnel enteignet werden.

Neuer Metrotunnel Paris während Bauarbeiten

Das Gesetzt in Frankreich besagt nämlich, dass man Eigentümer von Gebäuden bis zum Zentrum der Erde ist! Die Verkehrsbetriebe kaufen quasi das Souterrain, den Untergrund 25 Meter unter den Häusern. Bevor also unterirdische Bauarbeiten in Paris starten können, bedarf es langwieriger Vorbereitungen, zu denen auch die Enteignung der Hauseigentümer zählt. In den letzten Jahrzehnten kam es durchaus schon vor, dass Eigentümer Metroarbeiten blockiert haben, weil sie ihren Grundbesitz 25 Meter unter der Erde nicht hergeben wollten. Da es sich aber um Bauarbeiten handelt, die im allgemeinen Interesse der Öffentlichkeit liegen, wird letzten Endes immer zugunsten der RATP entschieden.

Tunnelbohrer Metro Paris

Eine weitere interessante Info bezieht sich auf den Tunnelbohrer. Er gräbt und konstruiert gleichzeitig den Tunnel (siehe Foto). Für die Nordverlängerung der Metro 14 werden zwei Tunnelbohrer eingesetzt. Einer gräbt Richtung Saint-Lazare, der andere in die entgegengesetzte Richtung. Beide Bohrer tragen einen weiblichen Vornamen, der zu einer Angestellten der RATP gehört. Normalerweise werden sie mit dem Namen einer Metrofahrerin getauft. Im Fall der Linie 14 allerdings wurde eine Ausnahme gemacht, da die Metro 14 ohne Fahrer unterwegs ist. Die Tunnelier für den Ausbau der Linie 14 in Paris heißen Solènne und Magaly.

Denise Urbach besucht Bauarbeiten in Pariser MetroAlle Informationen in diesem Artikel sind exklusiv, von daher findet ihr sie nur auf meiner Internetseite! Falls dies nicht der Fall sein sollte, hat jemand kopiert! Wie auf Baustellen üblich, musste ich einen Helm, eine Warnweste sowie eine Schutzbrille während meines Besuchs der Baustelle tragen.

Nicht wirklich schön, aber nützlich! 🙂

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