Galette des Rois: Dreikönigskuchen aus Frankreich

Bräuche und ländliche Traditionen erzählen viel über ein Land. Es ist bekannt, dass Franzosen dem Essen einen wichtigen Platz in ihrem Leben einräumen, sodass fast immer auch ein traditionelles Gericht zu einem Fest oder einem Feiertag passt. Beispielsweise wird in Frankreich an Pfingsten gerne Kalb gegessen und an Lichtmess werden Crêpes zubereitet. Zum Dreikönigstag gibt es in Frankreich eine Galette des Rois, den Dreikönigskuchen, der traditionellerweise am 6. Januar mit einer Krone zusammen verkauft wird. Weitere interessante Infos zu dieser beliebten französischen Spezialität findet ihr in diesem Artikel!

Galette des Rois: Die schöne Tradition des Dreikönigskuchen in Frankreich

Der  Dreikönigskuchen aus Frankreich ist bei Groß und Klein eine sehr beliebte Tradition. Die ganze Familie versammelt sich um den Kuchen, der in gleichgroße Stücke geschnitten wird.

Sebastien Gaudard Paris Galette des Rois

Folgt man dem Brauch, so setzt sich die jüngste Person unter den Tisch und verteilt blind die Kuchenstücke. Im Dreikönigskuchen versteckt sich nämlich eine kleine Figur (frz. „fève“). Wer sie in seinem Kuchenstückchen findet, ist der König/ die Königin des Tages und bekommt die beiliegende Krone aufgesetzt. Der Kuchen wird nicht nur am 6. Januar gegessen, sondern ist schon von Anfang Januar bis manchmal sogar Anfang Februar erhältlich.

Galette des Rois: Wo man eine Galette des Rois kaufen kann

Den Dreikönigskuchen findet ihr in Frankreich im Supermarkt, beim Bäcker und in Patisserien, nach dieser Reihenfolge steigt auch die Qualität und mit ihr der Preis. Einige kaufen die Galette des Rois im Supermarkt um die Ecke, andere wiederum geben beim Konditor (Patisserie) zwischen 30 und 40 Euro für eine Galette für 6-8 Personen aus. Die traditionelle Galette des Rois wird mit einer Füllung aus „Frangipane“ hergestellt, heute gibt es aber auch Abwandlungen, sodass es möglich ist, einen Dreikönigskuchen mit Schokoladenfüllung oder Apfelmus zu bekommen.

Galette des Rois: Woher kommt diese Tradition?

Den Tag der Heiligen Drei Könige nennt man auch den Tag der Erscheinung. Er erinnert an die Heiligen Drei Könige, die vom Stern von Bethlehem geführt, den Weg zu Jesus gefunden haben. Dass es sich weder um Könige gehandelt haben soll, noch genau belegt ist, dass es wirklich drei gewesen sind, soll hier nur am Rande erwähnt werden.

Galette des Rois Paris

Im 13. Jahrhundert entschloss sich die katholische Religion den ersten Sonntag im Januar zum Dreikönigstag zu ernennen und damit begann die Tradition. Der Kuchen wurde zur damaligen Zeit in so viele Stücke geschnitten, dass alle Gäste etwas abbekamen. Ein Stück wurde zusätzlich eingeplant,  dass einer armen Person gegeben wurde. König ist derjenige geworden, der beim Essen eine kleine Bohne in seinem Kuchenstückchen entdeckt hat. Traditionellerweise musste der „König“ dann alle anderen Leute einladen. Warum man eine Bohne in der Galette versteckt hat? Weil es in jedem Haus welche gab. Allerdings kam es öfters vor, dass der „gewählte“ König die Bohne einfach mitaß, um nicht für die anderen bezahlen zu müssen. Vielleicht wurde auch aus diesem Grund die Bohne durch ein kleines Plastik- oder Porzellanfigürchen ausgetauscht, was nicht mehr (gut) verschluckt werden konnte!

Heutzutage ist die religiöse Prägung dieser Tradition fast schon in Vergessenheit geraten, denn viel wichtiger ist es, einen schönen Moment im Kreise seiner Familie oder Freunde zusammen zu verbringen. Denn auch unter Freunden lädt man sich gern zum Dreikönigskuchen-Essen ein. Mitgebracht wird meist eine Flasche Cidre.

Galette des Rois Paris

Zu Zeiten der Revolution war alles, was an den König erinnerte, out, von daher musste sich auch die Galette des Rois einer kleinen Namensänderung unterziehen. Denn die Tatsache, dass ein König gewählt wird, passte irgendwie nicht zur Revolution. Die Galette des Rois wurde daraufhin in „Galette de la liberté“ (Galette der Freiheit) oder „Galette de l’égalité“ (Galette der Gleichheit) umbenannt, beide Namen erinnern an die Devise der französischen Republik: „Liberté, Egalité, Fraterinité“. Im Elyséepalast übrigens wird der Dreikönigstag auch mit einer Galette begangen, allerdings ohne „Fève“ (kleine eingebackene Figur) und ohne Krone.

Galette des Rois zum Selbermachen: Rezept für den Dreikönigskuchen

In Frankreich gibt es regionale Unterschiede in den Rezepten des Dreikönigskuchen. Sehr beliebt ist die Galette aus zwei Blätterteigen, zwischen denen sich eine Frangipane-Füllung aus einer „Crème pâtissière“ und einer Mandelmasse befindet. In Südfrankreich wird die Galette des Rois aus Hefegebäck mit Trockenfrüchten bevorzugt. Folgende Zutaten benötigt ihr für die traditionelle Galette des Rois mit Frangipane-Füllung: 2 runde Blätterteigplatten (30 cm), 1 Ei zum Bestreichen und 1 kleine Figur (oder Bohne).

Für die Crème pâtissière:

  • 125ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 30gr Zucker
  • 1EL Speisestärke
Für die Mandelmasse:
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 80gr Zucker
  • 2 Eier
  • 50gr Butter
  • Für die Crème pâtissière muss man das Eigelb mit dem Zucker schlagen und dann die Speisestärke hinzugeben. Die Milch mit dem Vanillezucker aufkochen, den Topf vom Herd nehmen und die zuvor hergestellte Masse hinzufügen. Bevor die Crème pâtissière fertig ist, muss sie nochmal kurz aufgekocht werden, damit sie dickflüssig wird. Die Mandelmasse geht noch schneller, dafür müsst ihr lediglich die Butter mit dem Zucker vermengen und ein Ei nach dem anderen hinzugeben. Dann noch die gemahlenen Mandeln dazu und fertig ist die cremige Mandelmasse. Jetzt müsst ihr nur noch beide Zubereitungen zusammenbringen und einmal gut umrühren.

    Galette des Rois selbst backen: Zubereitung

    Bevor das ganze in den Ofen geht, müsst ihr ein Backblech mit Backpapier auslegen und den ersten Blätterteig ausrollen. Dieser wird mit der Crème pâtissière bestrichen, wobei ein kleiner Rand von ungefähr 2 cm freigelassen wird, der anschließend mit dem Eigelb bestrichen wird. Vergesst nicht, die kleine Figur oder Bohne in den Teig zu drücken! Dann wird die zweite Blätterteigplatte darübergelegt, die Ränder mit den Fingerspitzen gut zusammengedrückt und erneut mit Eigelb eingepinselt. Nachdem der Teig ca. 30 Minuten im Kühlschrank geruht hat, wird er mit einem Muster verziert und im Ofen gebacken. Dafür den Ofen während der Ruhephase des Teigs auf 190 °C vorheizen. Bei der Verzierung muss darauf geachtet werden, dass in der Kuchenmitte ein kleiner Einschnitt gemacht wird, damit die Luft beim Backen entweichen kann. Den Kuchen am besten mit der stumpfen Messerseite verzieren, damit der Teig dabei nicht eingeschnitten wird. Den Dreikönigskuchen 25-30 Minuten bei 190°C backen, manche backen ihn auch erst ca. 10 Minuten bei 200 Grad und dann den Rest bei weniger Temperatur (150 Grad).

    Galette des Rois: Wo isst man die besten Galettes des Rois in Paris?

    In Paris isst man eher den traditionellen Kuchen aus Mandelcreme, wobei ihr auch die andere Variante als Hefekranz finden werdet, beides  schmeckt sehr gut. Hier seht ihr einen Überblick der Galettes des Rois, die ihr in Paris finden könnt inklusive einer guten Adresse, um sie zu probieren:

    • Die traditionelle Galette : Maison Landemaine, 26, rue des Martyrs, Paris 9. Ab 10€
    • Die Schoko-Galette : La Maison du Chocolat, 64, boulevard Haussmann, Paris 9. Ab 35€
    • Die feinste Galette: Pierre Hermé, 4 Rue Cambon, Paris 1. 58 € für 6/8 Pers.
    • Die fruchtige Fühlung : L’Éclair de génie,14 rue Pavée, Paris 4. Ab 32€ für 6 Pers.
    • Galette nach russischer Art: Eric Kayser, 4 Rue de l’Échelle, Paris 1. 28€ für 6 Pers.
    • Kinder-Galette: Yann Couvreur, 23 bis rue des Rosiers, Paris 4. Ab 24€ für 4/5 Pers.

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