Frankreich Spirituosen-Guide für Einsteiger

Eine Reise nach Frankreich ist immer etwas ganz Besonderes, vor allem in kulinarischer Hinsicht! Neben wunderbaren Speisen hat unser Nachbarland auch eine Vielzahl an…
Denise von Helptourists
Denise von Helptourists
Bar und Apero Paris

Eine Reise nach Frankreich ist immer etwas ganz Besonderes, vor allem in kulinarischer Hinsicht! Neben wunderbaren Speisen hat unser Nachbarland auch eine Vielzahl an alkoholischen Köstlichkeiten zu bieten. Fällt euch da vielleicht gleich schon was ein? Französische Spirituosen erfreuen sich nicht nur in Frankreich selbst, sondern auch außerhalb der französischen Landesgrenzen großer Beliebtheit. Wisst ihr, was Franzosen gerne trinken? Als Aperitif, Digestif oder einfach so?

Ein kleiner Guide alkoholischer Getränke in Frankreich

Fakt ist, dass Franzosen ausgiebig essen und dabei Speisen mit Getränken kombinieren. Bevor sie sich zum Essen an den Tisch setzen, gibt es meist einen „Apéro„, einen Aperitif, zu dem zum Beispiel je nach Vorliebe ein Bier, ein Kir, ein Glas Champagner, ein Ricard oder Pastis (Anis-Lakritz-Likör, traditionell mit Wasser in einem Verhältnis von eins zu fünf serviert) getrunken wird. (Bild: Kelsey Chance)

Zur Vorspeise wird dann ein passender Wein gereicht, genauso wie zum Hauptgang und manchmal auch zum Dessert. Zu Schokodesserts passt hervorragend ein Süßwein. Nach dem Essen gibt es gerne dann noch einen Digestif, um den gerade erlebten Genuss noch etwas hinauszögern.

Was trinkt ihr im Frankreich-Urlaub am liebsten? Gibt es ein Getränk, dass für euch zu eurem Trip nach Frankreich einfach mit dazu gehört oder für euch „typisch französisch“ ist? Als „typisch Deutsch“ würde mein Mann sicherlich Apfelschorle bezeichnen. Als er sie das erste Mal probiert hat, hat er sie ausgespuckt und gesagt: Chérie, der Apfelsaft ist schlecht! Das hat zwar nichts mit alkoholischen Getränken zu tun, war aber irre witzig!

Französische Weine: Zu berühmten Anbaugebieten und Weinkonsum

Die meisten Begriffe und Ausdrücke rund um Wein, Weinanbau und Weinherstellung stammen aus Frankreich, einem Land mit vielen bekannten Weinbaugebieten.  An die französischen Regionen Bordeaux und Burgund denkt man meist als erstes, wenn es um französische Weine geht. Ihre hohen Qualitätsstandards sind weltweit bekannt, ihr Renommée unumstritten. (Bild: Ales Maze)

weinberg
Habt ihr gewusst, dass französische Weine gemessen an der Produktionsmenge direkt hinter Italien und noch vor Spanien kommen? Interessant, oder? 60 Prozent der in Frankreich produzierten Weine werden in Frankreich konsumiert. Ein/e Franzose/ Französin trinkt im Durchschnitt etwas mehr als 40 Liter Wein pro Jahr, 1975 waren es sogar noch 100 Liter. Verrückt! Im Vergleich: In Deutschland werden jährlich „nur“ knapp 20 Liter Wein getrunken.

Bordeaux: Die Wiege der Spitzenweine & ein toller Urlaubsort

Die Stadt Bordeaux bildet das Zentrum der Region Bordelais im Südwesten Frankreichs. Bordeaux hält den höchsten Anteil an Spitzenweinen in Frankreich. Die Region ist klimatisch besonders vom Einfluss des Golfstroms geprägt, der für gemäßigte Temperaturen sorgt. Kies- und Kalksteinböden bedingen eine hervorragende Entwässerung. Bei den Weinen aus Bordeaux handelt es sich zumeist um Cuvées, die aus verschiedenen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc orchestriert werden. Im Deutschen sagen wir dazu „Verschnitt“, da der Wein aus mehreren Rebsorten, Jahrgängen und Lagen besteht. (Bild: Kelsey Knight)

rotweine

Bordeaux ist übrigens nicht nur für Weinliebhaber von Interesse. Auch als Urlaubsort zieht Bordeaux jährlich zahlreiche in- und ausländische Touristen an. Müde gewordene Pariser, die das stressige Leben in der Hauptstadt, die hohen Mietpreise und die öffentlichen Verkehrsmittel satt haben, zieht es laut Umfragen zuerst nach Bordeaux!

Burgund: Pinot Noir für Rotweine und Chardonnay für Weißweine

Die Bourgogne – wie die Region von Burgund auf Französisch heißt – bietet vor allem sortenreine Weine, deren Qualität weltweit Maßstäbe setzt. Hier werden die besten Pinot Noir und Chardonnays der Welt produziert. Die verschiedenen Bodentypen verleihen den Weinen einen einzigartigen Geschmack und die Kombination aus Rebsorten, Böden und Klima, kurzum das „Terroir“,  machen sie zu absoluten Spitzenweinen, deren Preise – wenn auch (manchmal sehr) hoch – gerechtfertigt sind! (Bild: Zan)

Weisswein trinken

Neben den erstklassigen Weinen aus dem Bordeaux und Burgund verfügt Frankreich über weitere namhafte Weinanbaugebiete. Geht es euch auch so, dass ihr Frankreich meist mit kräftigen Rotweinen in Verbindung bringt? Dabei solltet ihr die Weißweine und im Sommer vor allem französische Roséweine nicht unterschätzen. Letztere versüßen uns laue Sommerabende, sonnige Mittagessen und entspannte Terrassenaufenthalte mit Freunden. Dass es da noch den Champagner gibt, der besondere Anlässe gleich noch besonderer macht, muss ich hier nicht noch extra erwähnen, oder?

Calvados: Apfelbrand vom Feinsten

Eine weitere französische Spezialität ist der Apfelbrandwein. Der Calvados oder Calva wie ihn die Franzosen liebevoll nennen, fand 1553 in einem königlichen Dekret erstmals Erwähnung. Zu einer weiten Verbreitung verhalf ihm die Französische Revolution. Im Zuge der Veränderungen, die diese mit sich brachte, wurde es den Obstbauern Frankreichs nämlich offiziell erlaubt, einen Teil ihrer Ernte zu brennen, wodurch die Brandweinproduktion stieg. Aber erst im letzten Jahrhundert kam es zu einer großen Steigerung der Qualität des Apfelbrandweins aus der Region Calvados und einer wirklich professionellen Herstellung. (Bild: Joanna Nix-Walkup)

äpfel für Calvados

Damit ein Apfelbrandwein als Calvados bezeichnet werden darf, müssen sämtliche für seine Herstellung notwendigen Schritte im Departement Calvados getätigt werden. Doch nicht nur darin liegt die Besonderheit des Getränks. Denn seinen wunderbaren Geschmack verdankt er nicht zuletzt dem hervorragenden Klima sowie den pedologischen Bedingungen und deren Auswirkungen auf den Geschmack der zur Herstellung verwendeten Früchte. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Produkte in ihren Aromen mitunter deutlich. Wenn ihr Lust habt, Calvados zu probieren,  könnt ihr hier mehr erfahren und euch einen guten Überblick verschaffen.

Cognac: Weinbrand in Vollendung

Ein weiteres berühmtes französisches Getränk ist der Cognac. Wie der Calvados wird er in seiner Herstellung streng überwacht. Das BNIC – das Bureau National Interprofessionnel du Cognac – achtet auf Herkunft, Herstellung und Vermarktung des Getränks. Und wie beim Calvados auch ist die Bezeichnung Cognac geografisch geschützt! (Bild: Markus Winkler)

cognac

Vor allem die Herstellung der berühmten Spirituose ist klar definiert und macht sie zu etwas ganz Besonderem. Der Cognac ist ein Weinbrand, der aus Weißweinen gewonnen wird, die aus der Region um die Stadt Cognac kommen. Benannt ist der Cognac damit übrigens schlicht und einfach nach seiner Heimatstadt. Getrunken wird er vor allem als Digestif.

Fazit: Trinkbarer Hochgenuss aus Frankreich

Ob zu einem guten Essen, zum Kaffee, als Aperitif oder Digestif – französische Spirituosen gibt es für zahlreiche Gelegenheiten. In manchen, meist gehobeneren Restaurants gibt es Menüs mit Weinbegleitung, so bekommt ihr zu jedem Gang das passende Getränk serviert. Der Sommelier verrät sicher auch gerne, wie die Auswahl zustande kommt. Ihr müsst aber gar nicht weit reisen, um Frankreichs Spezialitäten zu probieren: Mit einem leckeren Pastis, Champagner, Calva, Cognac oder Wein könnt ihr Frankreich und französisches Flair auch zu euch nach Hause holen!

Denise von Helptourists
Denise von Helptourists
Ich habe Paris schon als Au-Pair, Studentin und jetzt als Berufstätige kennengelernt. Nach mehr als 10 Jahren in Paris, gebe ich euch wertvolle Tipps für einen rundum gelungenen Aufenthalt in der Stadt an der Seine.
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