Mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, interessanten Museen und schönen Vierteln hat Paris erst einmal viel zu bieten.
Es ist sogar unmöglich, alles bei einem Besuch zu sehen. Eigentlich besser so: Denn dann habt ihr einen Grund, Paris noch einmal zu besuchen! Wenn Ihr zum ersten Mal in Paris seid, stehen bestimmt die typischen Highlights auf eurer Liste:
der Eiffelturm, der Louvre, Notre-Dame oder der Triumphbogen. Gefolgt von einer Entdeckungstour durch Montmartre
und einer Bootsfahrt. Dazu kommen kleine Pausen im typischen Restaurant oder Café sowie eventuell eine Shoppingtour – und schon ist die Reise wieder vorbei.
Falls Ihr etwas länger in Paris bleibt oder weniger bekannte Orte sucht, dann könnt Ihr Euch die nachfolgenden
Pariser Vororte merken! Alle praktischen Infos zu den Vororten sowie Tipps & Empfehlungen für eine spannende
Entdeckung findet Ihr in diesem Beitrag.
Was sind die Pariser Vororte?
Definition
Der Begriff „Vorort“ bezeichnet all die Städte, die sich außerhalb der Pariser Autobahn (Périphérique) befinden.
Das heißt, alles, was hinter der Pariser Ringautobahn liegt. Paris erstreckt sich über 20 Arrondissements – und das war’s.
An der Stadtgrenze endet Paris, und hier beginnen die Vororte.
Postleitzahlen und Region
Die Vororte sind eigene Städte mit eigener Postleitzahl. Paris hat die Postleitzahl „75“, die Pariser Vororte hingegen
„77“, „78“, „91“, „92“, „93“, „94“ und „95“. Zusammen ergeben sie die Region Île-de-France.
Sind die Pariser Vororte gefährlich?
Eine häufig gestellte Frage über die Pariser Vororte ist, ob sie gefährlich sind. Denn die Vororte – auch „Banlieue“
genannt – haben seit Jahrzehnten einen schlechten Ruf. Dieses Bild wurde vor allem von den Medien geprägt, die
einige Banlieues als „No-Go-Zonen“ darstellten – mit brennenden Autos und Krawallen. Das ist natürlich stark übertrieben.
Klar, in einigen Städten gibt es mehr Probleme als in anderen – wie überall. Aber viele Pariser Vororte sind ruhig, schön
und absolut sehenswert. Vergesst nicht: „Banlieue“ heißt wörtlich übersetzt einfach nur „Vorort“.
Lohnt sich eine Besichtigung der Pariser Vororte?
Ja – tausendmal Ja! Die Vororte von Paris haben unglaublich viel zu bieten: von Geschichte und Kultur über Natur und
Familienausflüge bis hin zu Street Art und Festivals.
Die schönsten Pariser Vororte: 5 Städte, die ihr besuchen solltet!
1. Vororte Paris: Saint-Ouen-sur-Seine
Warum Saint-Ouen?
Die Entdeckung des „anderen Paris“ beginnt mit einer Stadt im Norden, die Ihr bestimmt schon kennt, ohne es zu wissen:
Saint-Ouen-sur-Seine. Denn dort befindet sich der weltberühmte Flohmarkt Marché aux Puces – der größte Flohmarkt der Welt!
Bei einer Pressereise habe ich das „neue“ Saint-Ouen und die angrenzende Vorstadt Saint-Denis nach den olympischen Spielen besucht: Die Stadtgrenzen gehen nach dem sportlichen Großereignis nunmehr ineinander über und Pariser Flair und Lebensart à la parisienne schwappen in die nördlichen Vororte.
So findet ihr Restaurants wie das Meïda direkt an der Metrostation Mairie de Saint-Ouen, das man vor Olympia wohl eher in Paris vermutet hätte. Oder die Kunstgalerie M19, die uns einen einzigartigen Einblick in die Welt der „petites mains“ der Haute Couture offenbart.
Zum Übernachten ideal: Das 2024 eröffnete H4 Hotel Wyndham Paris Pleyel Resort mit Skybar, Restaurant und Fitnessraum hoch oben über den Wolken. Seit der Erweiterung des Pariser Metronetzes und dem Bau der neuen hochmodernen Metrostation Saint-Denis-Pleyel seid ihr in kürzester Zeit bei den bekanntesten Pariser Sehenswürdigkeiten.
Praktische Infos
Anfahrt:
- Metro M13 (Station Garibaldi)
- Metro M14 (Mairie de Saint-Ouen)
- Zone 2 (Ticket)
Sehenswürdigkeiten:
- Flohmarkt Marché aux Puces, 110 Rue des Rosiers
- La Communale (Markthalle), 10 bis rue de l’Hippodrome
- Mains d’Oeuvres (Kulturzentrum), 1 Rue Charles Garnier
- Jazz-Bar La Chope des Puces, 122 Rue des Rosiers
Essen & Trinken:
- Meïda, 10 Pl. de la République
- Le Ripailleur, 9 Rue du Dr Bauer
- Marché ô Crêpes, 26 Rue des Rosiers
- Bonne Aventure, 59 Rue des Rosiers
- Kanopë – Pizzeria Saint-Ouen, 39 Rue Paul Bert
2. Vororte Paris: Vincennes
Warum Vincennes?
Östlich von Paris, weniger als 2 km von der Stadtgrenze entfernt, liegt Vincennes. Mit seinem Schloss, dem Zoo und
dem Bois de Vincennes ist die Stadt ein großartiges Ziel für Familien. Der Parc Floral spendet mit seinen hohen Bäumen Schatten für ein ausgiebiges Picknick mit Kids, die sich auf zahlreichen Spielplätzen und Klettergerüsten vergnügen, Tischtennis spielen oder im Sandkasten Burgen bauen können.
Freilaufende Pfauen verleihen dem Park bunte Farbtupfer, genau wie das Schmetterlingshaus oder zu bestimmten Jahreszeiten auch die Seerosen auf den Parkteichen. Zu einem perfekten Tag in Vincennes gehört ein Besuch im Zoo mit mehr als 3000 Tieren mit dazu.
Praktische Infos
Anfahrt
- Metro M1, Station Château de Vincennes (Zone 2)
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Vincennes (mittelalterliche Festung)
- Zoo de Vincennes (zahlreiche Tierarten, tropisches Gewächshaus)
- Parc Floral (3.000 Pflanzenarten, Konzerte, Spielplätze)
Essen & Trinken
- Le Château des Vignerons, 17 Rue des Vignerons
- Barto, 22 Avenue de Paris
- Maezaly, 26 Rue de Montreuil
- Corks & Caps, 34 Avenue Franklin‑Roosevelt
3. Vororte Paris: Sèvres
Warum Sèvres?
Sèvres ist weltbekannt für seine Keramikmanufaktur und bezaubert zusätzlich mit alten Stadtpalästen, Märkten und sogar einer Pagode. Als ich vor ein paar Jahren in London gewesen bin, habe ich den Buckingham Palace besucht und was soll ich sagen: Dort wurde vom besten Porzellan der Welt aus.. richtig, aus Sèvres, geschwärmt.
Ihr könnt mit der Metro bis nach Sèvres fahren oder ab La Défense die Tram nehmen, die genau vor dem Museum hält. Kennt ihr schon unseren Guide für die Metro? Falls nicht, lest euch gerne mal rein und erfahrt die wichtigen Dinge zum Pariser Metronetz!
Die Seine befindet sich übrigens direkt auf der anderen Straßenseite, an den Ufern könnt ihr entlanggehen und an der Wassersportstation begeisterte Kanuten, Standup Paddler und Segler beobachten.
Eine Spielplatz ist nicht weit. Für Kids ist eine Bootstour mit dem Amphibienfahrzeug „les Canards de Paris“ eine tolle Idee. Erst fährt es durch Paris an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei und setzt dann ins Wasser über. Zurück auf die Straße geht es am Musée de Sèvres, direkt an der Wassersportstation.
Praktische Infos
Anfahrt
- Metro M9, Station Pont de Sèvres (Zone 2)
- Tram 2, Station Musée de Sèvres
Sehenswürdigkeiten
- Manufacture de Sèvres (Museum & Porzellanmanufaktur)
- Parc de Brimborion (grüne Oase)
- Marché Saint-Romain (Markthalle)
- Pagode Thin-Tam (buddhistischer Tempel)
- Seine Musicale (Konzertsaal auf der Île de Seguin)
Essen & Trinken
- Mahlee, 4, place du Colombier
- Nino, 5, rue de Ville d’Avray
- Tonton, 5, grande Rue
- La PolCa-fée, 16, rue Troyon
4. Vororte Paris: Saint-Cloud
Warum Saint-Cloud?
Saint-Cloud begeistert mit seinem riesigen Park Domaine National de Saint-Cloud, der vom Landschaftsarchitekten von Versailles entworfen wurde. Nicht schlecht, oder? Wenn es in Versailles mal wieder zu voll sein sollte (das ist es immer!), dann weicht gern auch diesen Park aus.
Jedes Jahr finden in diesem riesigen Park mit Ausblick auf Paris tolle Veranstaltungen wie Läufe, das Lumières en Seine oder das Musikfestival Rock en Seine statt. Einmalig und nicht zu verpassen!
Praktische Infos
Anfahrt
- Metro M10, Station Pont de Boulogne / Saint-Cloud
Sehenswürdigkeiten
- Domaine national de Saint-Cloud (440 Hektar Parklandschaft)
- Jardin du Piqueur (pädagogischer Bauernhof)
- Lumières sur Seine (Winter-Illumination)
- Rock en Seine (Sommerfestival)
Essen & Trinken
- L’Orangerie (im Park), Domaine National de Saint‑Cloud, Allée de la Glacière / Bassin des 24 Jets
- Novigentum, 33, rue d’Orléans
- Les Frères Dufour, 14, rue de l’Église
- Chalet de Combleval (im Park), nahe dem Jardin du Piqueur, in der Allée de la Porte Verte
5. Vororte Paris: Vitry-sur-Seine
Warum Vitry?
Vitry-sur-Seine ist die Hochburg der Street Art und ein Geheimtipp für moderne Kunstliebhaber. Falls euch dieses Art von Kunst interessiert, dann nichts wie hin!
Praktische Infos
Anfahrt
- RER C bis Bahnhof Vitry-sur-Seine (Zone 3)
Sehenswürdigkeiten
- Museum MAC VAL (zeitgenössische Kunst)
- Galerie Jean Collet (Kunstgalerie in einem alten Duschbad)
- Exploradôme (interaktives Wissenschaftsmuseum)
- Pont du Port-à-l’Anglais (Brücke im „Golden-Gate-Stil“)
Essen & Trinken
- Vert-verre, 18, avenue Eugène Pelletan
- L’Amitié, 14, rue Camille Groult
- Grill Garden, 10, place de l’Église
Fazit
Die Pariser Vororte sind vielfältig und überraschend: von Geschichte und Kultur über Natur bis hin zu Street Art und Festivals.
Wenn Ihr Paris besser kennenlernen möchtet, lohnt sich ein unvoreingenommener! Ausflug in die Banlieue auf jeden Fall!













Eine Antwort
Dieses Guide zu den Pariser Vororten ist wirklich gelungen! Wer den Eiffelturm schon gesehen hat, für den sind die Banlieue definitiv eine Entdeckung wert – vorausgesetzt, man vermeidet die berühmten No-Go-Zonen, die ja nur aus Medienmythen bestehen. Die Tipps zu Saint-Ouen mit dem Flohmarkt und Vincennes mit dem tollen Zoo klingen einfach super, besonders für Familien. Paris entdecken? Ja, aber auch mal über die Autobahn hinaus! Ein witziger und hilfreicher Spaziergang durch die Vororte, ohne die kalten Fäuste der Sicherheit zu erwähnen – klassisch parsi!