Die schönsten Kirchen von Paris: 7 Kirchen in Paris, die man gesehen haben sollte!

Wer an besondere Kirchen in Paris denkt, dem kommen sofort Notre-Dame auf der Stadtinsel oder Sacre-Coeur in Montmartre in den Sinn. Zugegeben, diese beiden Pariser Kirchen sind von ganz besonderer Schönheit. Die Bauarbeiten für Notre-Dame begannen bereits 1163 und dauerten fast 200 Jahre. Mit ihren zwei knapp 70 Meter hohen Türmen ist Notre-Dame seit mehr als 850 Jahren eines der großen Wahrzeichen von Paris. Auch Sacre-Coeur, ganz oben auf dem Montmartrehügel thronend, ist definitiv einen Besuch wert. Diese beiden Kirchen, nebenbei auch die beiden meist besichtigten Sehenswürdigkeiten von Paris, sind allerdings nicht die einzigen sehenswerten Kirchen in Paris. Im Laufe der Jahrhunderte sind in Paris immer mehr Kirchen entstanden, sodass es heute über 300 von ihnen gibt. In diesem Artikel stelle ich euch 7 Kirchen vor, die ihr bei eurem Paris Besuch auf keinen Fall verpassen dürft.

7 Pariser Kirchen, die ihr bei eurem nächsten Paris-Besuch unbedingt besichtigen solltet!

1. La Madeleine in Paris: Ein Tempel als Ruhmeshalle der Soldaten Napoleons

Die Kirche Saint-Marie-Madeleine, von den Parisern nur la Madeleine genannt, ist ein außergewöhnliches Gebäude im 8. Arrondissement von Paris. Zwischen dem Place de la Concorde und der Opéra Garnier liegt diese Kirche, die mit ihren 52 korinthischen Säulen und dem Dreiecksgebälk aber eher einem römischen Tempel gleicht. Nachdem die Baupläne unter Ludwig XV. und seinem Nachfolger Ludwig XVI. immer wieder überworfen wurden, entschied Napoleon I. 1806 schließlich anstelle einer katholischen Kirche auf den bereits vorhandenen Fundamenten eine Ruhmeshalle für seine Soldaten zu errichten. Nach seinem Fall wurde die Madeleine schließlich doch als Pfarrkirche geweiht. Im Inneren gleicht die Madeleine mit ihren 3 aufeinanderfolgenden Kuppeln eher römischen Thermen als einer katholischen Kirche.

Madeleine Kirche Paris

Heute finden in der Madeleine Kirche in Paris regelmäßig Gottesdienste und ab und an auch Hochzeiten statt. Hier fanden auch die Totenmessen für Frederik Chopin, Coco Chanel, Josephine Baker und Marlene Dietrich statt.

Nützliche Informationen für Personen mit Behinderung: Die Madeleine Kirche in Paris ist für Rollstuhlfahrer und Besucher mit Gehbehinderung zugänglich. Dazu befindet sich auf der Seite des Boulevards Malesherbes ein Aufzug. Die Kirche ist täglich von 9:30 Uhr bis 19 Uhr zu besichtigen, der Eintritt ist frei. Zu erreichen ist die Madeleine Kirche in Paris über die Metrostation Madeleine mit den Linien 8, 12 und 14.

2. L’église Saint-Augustin in Paris: Eine stilübergreifende Kirche aus Metall

Ebenfalls im 8. Arrondissement liegt die 95 Meter lange Pariser Kirche Saint-Augustin, die eine beeindruckende Kuppel von 80 Metern Höhe besitzt. Die Kirche wurde in den 1860er Jahren entworfen, um am anderen Ende des Boulevards Malesherbes und der Madeleine errichtet zu werden.

Eglise Saint Augustin in Paris

Sie war die erste Kirche in Paris, bei deren Bau Metallelemente verwendet wurden. Besonders interessant ist die Pariser Kirche Saint-Augustin, da sie Elemente aus verschiedenen Epochen und Kunstrichtungen aufgreift. So befinden sich an der Fassade und auch im Inneren Elemente der Romanik, der französischen Gotik und der Renaissance. Besonders bemerkenswert sind die gusseisernen Säulen im Inneren, die die Kuppel tragen, sowie die Buntglasfenster, die Bischöfe und Heilige darstellen. Auch eine Statue von Johanna von Orléans befindet sich im Inneren der Kirche Saint-Augustin in Paris.

Saint Augustin Paris

Drei mal täglich finden hier Gottesdienste statt. Jeden Sonntag um 19:00 Uhr gibt es einen Gottesdienst, der von Jugendlichen gestaltet wird. Die Öffnungszeiten der Pariser Kirche Saint-Augustin sehen wie folgt aus: Sie ist von Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, samstags von 9 Uhr bis 12:30 Uhr und von 14:30 Uhr bis 19:30 Uhr sowie sonntags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr und von 16:30 Uhr bis 20Uhr. Die Kirche Saint-Augustin in Paris ist über die gleichnamige Metrostation Saint-Augustin auf der Pariser Metrolinie 9 zu erreichen.

3. L’église Alexandre Nevsky in Paris: Ein Stückchen Russland in Paris

Bereits im 18. Jahrhundert gab es eine nennenswerte russische Gemeinde in Paris, die allerdings keine eigene Kirche besaß. Lange fanden russische Gottesdienste in der russischen Botschaft in Paris statt. Doch mit dem Zuwachs der russischen Gemeinde in der französischen Hauptstadt stieg auch der Wunsch nach einer eigenen Kathedrale.

Alexandre Nevsky Kirche zwischen Häusern in Paris

So wurde, nachdem Napoleon III. den Bau schließlich doch genehmigt hatte, 1861 die Cathedrale Alexandre Nevsky, benannt nach einem russischen Nationalhelden, im 8. Pariser Arrondissement errichtet. Die Kirche wurde alleine durch Spenden finanziert. So soll Zar Alexander II. 150 000 Goldfrancs aus seinem privaten Vermögen für die Kirche Alexandre Nevsky in Paris gespendet haben.

Alexandre Nevsky Kathedrale in Paris

Besonders bemerkenswert ist der Baustil der Alexandre Nevsky Kirche: Außen im moskowitischen Stil mit 5 Zwiebeltürmen verziert, die Christus und die 4 Evangelisten darstellen, innen überwiegt der byzantinische Baustil. Die Kuppel im Inneren der Alexandre Nevsky Kirche in Paris ist mit aufwendigen Fresken verziert, die in den 1950er Jahren komplett restauriert wurden. 1918 heiratete Pablo Picasso hier seine russische Frau Olga Khokhlova und die Totenfeiern einiger bekannter russischer Künstler wurden hier abgehalten, darunter zum Beispiel Iwan Turgenew und Wassily Kandinsky.

Achtung bei den Öffnungszeiten: Die Kathedrale ist nur dienstags, freitags und sonntags jeweils von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Sie ist über die Metrostation Courcelles auf der Linie 2 zu erreichen.

4. L’église Saint-Eustache in Paris: Ein Meisterwerk der Gotik

Die Saint-Eustache Kirche in Paris ist eine im gotischen Stil errichtete Kirche aus dem 16. Jahrhundert, in der schon der Sonnenkönig Ludwig XIV. seine Kommunion feierte. Diese Pariser Kirche ist dem römischen Märtyrer Eustachius gewidmet und trägt daher auch seinen Namen. Sie liegt im 1. Pariser Arrondissement nahe der früheren Markthallen und war lange Zeit die Kirche der Händler.

Kirche Eglise Saint Eustache

Die Architekten griffen einige Elemente von Notre-Dame auf, so hat man für die Saint-Eustache ebenfalls einen kreuzförmigen Grundriss sowie ein gotisches Netzgewölbe gewählt. Sie ist auch eine der ersten Kirchen, bei deren Bau erste Stilelemente der Renaissance mit eingebunden wurden. Das lässt sich bei längerem Hinschauen vor allem im Inneren deutlich erkennen. Ein ganz besonderes Stück der Kirche Saint-Eustache in Paris ist zudem die Orgel, sie gilt als die größte Pfeifenorgel Frankreichs. Sehenswert sind außerdem die italienischen Gemälde im Inneren der Kirche, unter denen sich sogar ein Werk des Künstlers Rubens befindet, und die bunt verzierten Fenster.

Saint Eustache Kirche Paris Innen

Heute finden in der Kirche Saint-Eustache in Paris auch häufig Chor- oder Orchesterkonzerte statt, mitunter gibt es hier auch Konzerte des französischen Nationalorchesters. Seit bereits 11 Jahren nimmt die Kirche an dem jährlichen Musikfest im Juni in Paris teil. Dabei können sich Musikbegeisterte über 36 Stunden lang von Kinderchören, Orgel- und Jazzkonzerten und sogar von Rock- und Elektromusik verzaubern lassen. Das wollt ihr euch nicht entgehen lassen? Dann sichert euch schnell ein Zug- oder Flugticket, ein passendes Hotelzimmer in Paris und kommt zur Fête de la Musique nach Paris!

Saint Eustache Kirche in Paris

Die Öffnungszeiten der Pariser Kirche Saint-Eustache erstrecken sich von Montag bis Freitag von 9:30 Uhr bis 19 Uhr, samstags ist Saint-Eustache von 10 Uhr bis 19:15 Uhr und sonntags von 9 Uhr bis 19:15 Uhr geöffnet. Am Eingang der Kirche ist es möglich, Audioguides zu leihen, diese sind auf Französisch oder Englisch erhältlich. Die Saint-Eustache Kirche in Paris liegt nahe der Metrostationen Les Halles oder Etienne Marcel auf der Linie 4.

5. L’église Saint-Etienne du Mont in Paris: Eine versteckte Schönheit hinter dem Pantheon

L'église Saint-Etienne du Mont ParObwohl die Pariser Kirche Saint-Etienne du Mont erst 1492 errichtet wurde, geht ihre Geschichte bis in das 5. Jahrhundert zurück. König Chlodwig I. ließ bereits 502 an Ort und Stelle eine Basilika und ein Kloster errichten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde jene Basilika immer wieder umgebaut und schließlich Ende des 15. Jahrhunderts komplett neu gestaltet. Da der Bau der heutigen Pariser Pfarrkirche durch Kriege immer wieder unterbrochen wurde, zogen sich die Bauarbeiten über mehrere Jahre hinweg, weswegen die Kirche Stilelemente verschiedener Kunstepochen vereint, vor allem aus der Spätgotik und der Renaissance. Die daneben gelegene Klosterkirche wurde Mitte des 18. Jahrhunderts unter Ludwig XI. zu dem beeindruckenden Pariser Pantheon umgebaut.

L'église Saint-Etienne du Mont in Paris

Das Besondere im Inneren der Kirche Saint-Etienne du Mont in Paris sind zum einen die mit gotischen Schnitzereien verzierte Kanzel sowie die symmetrischen Treppenaufgänge links und rechts des Altars, die aus weißem Marmor gestaltet sind. (© Fotos saintetiennedumont.fr)

Die Öffnungszeiten der Kirche Saint-Etienne du Mont in Paris sehen wie folgt aus: montags von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr, Dienstag bis Freitag von 8:45 Uhr bis 19:45 Uhr, samstags von 8:45 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 19:45 Uhr sowie sonntags von 8:45 Uhr bis 12:15 Uhr und von 14:30 Uhr bis 19:45 Uhr. Die Metrostation Cardinal Lemoine auf der Linie 10 liegt am nächsten an dieser Pariser Kirche.

6. La Saint-Chapelle in Paris: Die königliche Kapelle der Hochgotik

1244 ließ Ludwig IX., auch Saint-Louis genannt, auf der Pariser Stadtinsel Île de la Cité eine imposante Kapelle errichten. Gerade einmal 4 Jahre hat der Bau dieser Kapelle, die vor allem für ihre Buntglasfenster bekannt ist, gedauert. Die Saint-Chapelle in Paris ist ein Meisterwerk der Hochgotik und erstreckt sich über zwei Etagen. Die Unterkapelle der Sainte Chapelle war dem einfachen Volk zugänglich, zu der Oberkapelle jedoch hatte nur der König und seine Entourage Zutritt, denn hier wurden wichtige Reliquien, darunter die Dornenkrone und Teile des Kreuzes Christi, aufbewahrt.

La Sainte Chapelle

Die Wände der Saint-Chapelle in Paris bestehen fast nur aus Buntglasfenstern, von denen zwei Drittel noch aus dem 13. Jahrhundert stammen. Jedes der 15 Fenster ist 15 Meter hoch, sie alle zeigen Szenen aus dem Neuen und Alten Testament. Kaum zu glauben: Die Sainte Chapelle in Paris wäre beinahe abgerissen wurden, da sie während der Französischen Revolution stark beschädigt wurde. König Louis Philippe allerdings hat dies verhindert.

Unterkapelle Sainte Chapelle

So sehen die Öffnungszeiten der Sainte Chapelle in Paris aus: Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 19 Uhr. Der Eintritt für die Sainte Chapelle in Paris liegt für Erwachsene bei 10 Euro, der reduzierte Eintrittspreis bei 8 Euro. EU-Bürger unter 26 Jahren haben freien Eintritt. Da die Warteschlangen manchmal ganz schön lang sind, empfiehlt es sich, schon vorher online ein Ticket zu kaufen. Zu erreichen ist die Sainte Chapelle in Paris über die Metrostation Cité auf der Linie 4.

7. L’église Saint-Paul Saint-Louis in Paris: Eine ehemalige Jesuitenkirche

Der Grundstein der heutigen Pfarrkirche Saint-Paul Saint Louis in Paris wurde bereits 1627 gelegt. 1641 wurde die Kirche von Kardinal Richelieu höchstpersönlich eingeweiht. Damals hieß sie allerdings noch l’Eglise Saint Louis und war das Gotteshaus der jesuitischen Gemeinde in Paris. Nach der Vertreibung der Jesuiten aus Paris wurde die Kirche während der Französischen Revolution als Lager für Kunstwerke genutzt. Erst unter Napoleon I. wurde sie wieder als Kirche genutzt, diesmal als eine katholische Kirche unter dem Namen Saint Paul Saint Louis.

Saint Paul Saint Louis Kirche Paris

Die Fassade der Pariser Kirche Saint-Paul Saint Louis vereint französische Gotik mit italienischen Einflüssen. Besonders schön ist auch die große Uhr an der Außenfassade, die noch aus dem Jahre 1627 stammt. Auch im Inneren sind diese italienischen Stilelemente erkennbar. Besonders stolz ist die Kirche auch auf ein Gemälde von Eugène Delacroix, das sich ebenfalls im Inneren der Kirche links neben dem Altar befindet (bis 2019 nicht sichtbar, da in Restauration).

Gemälde Delacroix Eglise Saint Paul Saint Louis Paris

Besichtigen könnt ihr die Pariser Kirche Saint-Paul Saint Louis täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr. Jeden Sonntag von 15 Uhr bis 17:30 Uhr bieten sich Gemeindemitglieder an, Fragen zu beantworten und die Besucher der Kirche zu begleiten. Wenn ihr an der Metrostation Saint-Paul der Metrolinie 1 aussteigt, seid ihr direkt bei der Kirche. (© Fotos patrimoine-histoire.fr & spsl.fr)

Die älteste Kirche von Paris ist übrigens die L’Église Saint-Germain-des-Prés im Pariser Viertel Saint-Germain, ihre Erbauung geht auf das Jahr 558 zurück.

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