Vorsicht in Paris? Klingt dramatisch.
Paris hat schließlich für jeden etwas zu bieten: weltberühmte Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm und Notre-Dame, historische Bauwerke, Mode, Luxus, charmante Cafés und kleine Gassen, in denen man sich sofort verliebt.
Aber – und das sage ich ganz bewusst als jemand, der hier lebt – wie jede Großstadt hat auch das strahlende Paris seine Schattenseiten.
Bei der Vorbereitung dieses Artikels bin ich über viele reißerische Titel gestolpert wie:
„Welche Paris Bezirke meiden?“
„Welche Orte in Paris meiden?“
„Paris: Welche Arrondissements lieber meiden?“
Manche Artikel gehen sogar so weit, ganze Vororte als unbesuchbar zu erklären.
Ganz ehrlich? Davon halte ich nichts. Ich bin nicht der Meinung, dass es Orte in Paris gibt, die ihr UNBEDINGT meiden müsst. Aber es gibt Orte, die man zu bestimmten Uhrzeiten, bei besonderen Veranstaltungen oder in bestimmten Situationen lieber umgehen sollte.
Und genau darüber möchte ich mit euch sprechen – ehrlich, differenziert und ohne Panikmache.
Tipps und Infos zu Paris – Orte, die man meiden sollte
Ich bin kein Verfechter kategorischer Aussagen wie:
„Dieses Viertel solltet ihr in Paris unbedingt meiden“ oder
„In diesen Stadtteil würde ich niemals gehen“.
Das ist schlichtweg zu einfach gedacht.
Paris ist eine facettenreiche Metropole. Unterschiedliche Viertel fühlen sich unterschiedlich an. Manche sind elegant, andere bodenständig, wieder andere lebendig, laut und multikulturell.
Ich habe euch deshalb eine Liste mit Orten zusammengestellt, die man zu bestimmten Tageszeiten, zu besonderen Anlässen oder in bestimmten Situationen lieber umgehen sollte – nicht aus Angst, sondern aus gesundem Menschenverstand.
1. Die nördlichen Viertel wie Barbès-Rochechouart und Château Rouge – lieber mit Bedacht
Die Pariser Viertel Barbès-Rochechouart, Château Rouge und Château d‘eau um die gleichnamigen Metrostationen gehören zu den Pariser Vierteln, die Besucher eher meiden. Dort ist es oft ziemlich schmutzig und vor allem abends kann man dort auf dubiose Gestalten treffen, denen man im Dunkeln nicht unbedingt begegnen möchte.
Nach den Pariser Terroranschlägen im Januar 2015 hat der amerikanische Sender Fox News diese Viertel sogar als „No-go Zone“ eingestuft, was jedoch völliger Unsinn gewesen ist.
Dennoch handelt sich um Viertel, die nicht zu den schönsten von Paris zu zählen sind. Für einige Touristen entsprechen die Pariser Viertel La Chapelle, Barbès oder Chateau-Rouge nicht gerade der Vorstellung, die sie sich über Paris gemacht haben. Es handeln sich hier um Viertel, die – wie in allen facettenreichen Großstädten – anders aussehen und sich anders anfühlen als die schöne glitzernde Innenstadt.
2. Die Metrostation Châtelet beim Umsteigen – wenn möglich vermeiden
Die Metrostation Châtelet bildet zusammen mit Les Halles einen riesigen Verkehrsknotenpunkt mitten in Paris. Jeden Tag benutzen mehr als 700.000 Menschen diesen Bahnhof. Jeder, der die Pariser Metro gut kennt, tut sein Möglichstes, um ein Umsteigen in Châtelet zu vermeiden.
Der Bahnhof Les Halles ist noch überschaubar, Châtelet allerdings ist ein einziges Labyrinth. Es gibt zwei mehr als 150 Meter lange Rollteppiche, um das Umsteigen erträglicher zu machen. Dazu kommen zahlreiche Treppen, die einen erst hinunter und gleich wieder hinaufführen, bevor es dann wieder hinunter zum Gleis geht.
In Châtelet treffen die Metrolinien 1, 4, 7, 11, 14 aufeinander, die Linien 7 und 11 liegen mehrere hundert Meter von den anderen entfernt. Ein französisches Satiremagazin hat einmal getitelt, dass es Reisende geben soll, die mehrere Jahre durch Châtelet geirrt sind. So schlimm ist es zum Glück nicht, aber ein Pariser meidet so gut es geht das Umsteigen in Châtelet.
Wenn ihr eure Metro-Tickets bereits vor der Reise organisiert, spart ihr euch zusätzlich Stress an Automaten und könnt euch direkt orientieren. Wir schicken die Metro Tickets direkt zu euch nach Hause!
3. Einen Teil des Bois de Boulogne nachts meiden
Der Bois de Boulogne hat zwei ganz unterschiedliche Gesichter: Tagsüber ist er ein Paradies für Jogger, Fahrradfahrer und Familien, die sich im Grünen entspannen und den Tag genießen möchten. Es gibt zwei romantische Seen im Bois de Boulogne, einen Freizeitpark für Kinder und die moderne Fondation Louis Vuitton.
Sobald jedoch die Sonne untergeht, ist von all dem nicht mehr viel zu sehen.
Familien, Kunstfans und Radfahrer machen den Weg für den größten Straßenstrich in Paris frei. Auch, wenn in Frankreich Freier eine saftige Geldstrafe riskieren, boomt hier nachts das Gewerbe.
Von daher solltet ihr nachts vermeintliche romantische Spaziergänge im Bois de Boulogne vermeiden.
4. Restaurants am Eiffelturm: Hier wird gezielt abgezockt
Ich werde hier deutlich, weil ich es selbst erlebt habe.
2024 habe ich erneut mit Peter Giesel Touristenabzocke in Paris gedreht. Mit versteckter Kamera haben wir Restaurants getestet, die Touristen 15–20 % auf die Rechnung aufschlagen.
Direkt am Eiffelturm. Beste Lage. Und genau deshalb perfekte Bedingungen für Abzocke.
So ging’s: Ich habe die Restaurants zweimal besucht: Einmal als „deutsch sprechender Gast“, einmal als „französischsprachige Kundin“.
Jetzt ratet, mal, wann ich 20% mehr zahlen musste? Genau, als ich Deutsch gesprochen und so getan habe, als würde ich kein Französisch verstehen. Eine fiese Abzocke!
Folgende Restaurants solltet ihr unbedingt meiden:
Bitte meiden!
❌ Le Dome: 149, rue Saint-Dominique, 75007 Paris
❌ Le Bailli de Suffren, 7 Av. de Suffren, 75007 Paris
❌ Le Champs de Mars, 45 Av. de la Bourdonnais, 75007 Paris
Mein persönlicher Tipp gegen Restaurant-Abzocke
Viele schreiben euch nur, was ihr meiden sollt.
Ich zeige euch lieber, wo ihr wirklich gut essen könnt.
Genau aus diesem Grund habe ich meinen Paris Restaurant Guide erstellt. Mit über 80 Restaurants, selbst getestet – vom kleinen Bistro bis zum besonderen Dinner-Spot.
Keine Touristenfallen.
Keine aggressiven Kellner.
Keine versteckten Preisaufschläge.
Alle Adressen sind Orte, an die ich selbst Freunde und Familie schicke. Wenn ihr sicher und richtig gut essen möchtet, ohne Stress und ohne böse Überraschungen, findet ihr im Guide meine persönlich geprüften Empfehlungen – sortiert nach Vierteln.
5. Das schlechteste Hotel von Paris
Ein gutes Hotel in einer fremden Stadt zu finden, kann einem manchmal echtes Kopfzerbrechen bereiten. Aber zum Glück gibt es heute im Internet allerhand Seiten, auf denen Reisende ihre Meinung zu Hotels inkl. Lage, Sauberkeit, Ausstattung und Freundlichkeit des Personals abgeben können. Dies hat dazu geführt, dass die bekannte Plattform Tripadvisor das schlechteste Hotel von Paris küren konnte.
Unglaublich, aber wahr, es gibt ein Hotel in Paris, dass so schlechte Noten bekommen hat, dass es auf dem letzten Platz gelandet ist. Die Lage des Hotels des Arts scheint der einzig positive Punkt zu sein, es liegt nämlich in der Nähe der Opéra Garnier.
In den vielen Kommentaren und Bewertungen beschweren sich die Gäste immer wieder über die Unhöflichkeit des Personals, die dreckigen Zimmer mit fleckiger, alter Wäsche und das fehlende Bad im Zimmer. Für das schlechteste Hotel in Paris zahlt ihr pro Nacht ca. 50 Euro.
Diese Artikel helfen euch bei der Hotelauswahl
→ Die besten 4 Sterne Hotels im Stadtzentrum
→ Top 10 Apart Hotels
→ Die besten Astotels (empfehlenswerte kleine Hotelgruppe)
→ Die besten Ibis Hotels
→ Hotel mit Parkplatz
→ Hotels am Eiffelturm
6. Das schlechteste Restaurant von Paris
Auch das gibt es.
Die „Compagnie des Crêpes“ in Bercy Village wird regelmäßig als eines der schlechtesten Restaurants der Stadt bewertet.
Selbst einfache Gerichte wie Nutella-Crêpes wurden als ungenießbar beschrieben. Und das muss man erstmal schaffen… Auf Nachfrage der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ gab der Besitzer des schlechtesten Restaurants von Paris an, sich von den durchweg schlechten Bewertungen nicht stören zu lassen.
Ich teste normalerweise alles selbst – aber hier habe ich es bei den Bewertungen belassen.
7. Saint-Michel – diese Gassen meiden
Im Herzen des schönen Quartier Latin liegt eine wahre Touristenhochburg nur ein paar Meter von der Pariser Metrostation Saint-Michel entfernt.
Ich sage es ganz klar: Die Straßen Rue Xavier Privas und Rue de la Huchette solltet ihr meiden.
Wenn Speisekarten Fotos zeigen, Gerichte in 10 Sprachen aufgelistet sind und Mitarbeiter euch aktiv von der Straße ins Restaurant ziehen wollen – dann stimmt meist etwas nicht!
Es gab investigative Berichte über überteuerten Billigwein und fragwürdige Hygienestandards.
Ganz Saint-Michel ist wunderschön.
Aber diese paar Gassen? Nein.
8. Bahnhofsgegenden am Abend
Bahnhofsgegenden sind in kaum einer Großstadt empfehlenswerte Orte. Paris ist da keine Ausnahme, vor allem die Gegend um den Ostbahnhof (Gare de l’Est) und den Nordbahnhof (Gare du Nord). Tagsüber könnt ihr zwar direkt vor diesen Bahnhöfen schöne haussmannsche Gebäude sehen, die den Pariser Baustil am besten darstellen.
Abends verändert sich die Stimmung auf den Vorplätzen. Ich würde euch empfehlen, euch dort nicht länger als nötig aufzuhalten – besonders, wenn ihr euch unsicher fühlt.
9. Metro zur Rushhour – nur wenn ihr es mögt
Metro fahren zur Rush Hour in Paris kann schnell zu einer Zerreißprobe werden. Wenn gefühlt alle Pariser an die Arbeit fahren oder am Abend alle wieder nach Hause, wird es in der Pariser Metro schnell sehr eng. Die sprichwörtliche Sardinenbüchse wird auf einmal Realität.
Wenn ihr Zeit habt, solltet ihr versuchen, die Rush Hour in Paris zu umgehen und in dieser Zeit lieber eine Sehenswürdigkeit besichtigen oder einen Spaziergang zu Fuß planen.
Manchmal kann es auch schon helfen, eine Metro auszulassen und erst die nächste Bahn zu nehmen, die in der Rush Hour mit 1 oder 2 Minute Intervall nicht lange auf sich warten lässt. Die meisten werden nämlich versuchen, sich in die erste Metro zu quetschen. Die Metro, die direkt im Anschluss kommt, ist manchmal nicht ganz so voll.
Wenn ihr flexibel seid, plant eure Metrofahrten außerhalb der Stoßzeiten (ca. 8–10 Uhr und 17–19 Uhr).
10. Rikschafahrer am Eiffelturm
In ganz Paris sieht man immer wieder Rikscha-Fahrer, die Touristen ihre Fahrdienste vor verschiedenen Pariser Sehenswürdigkeiten anbieten. Leider sind diese Angebote meist Abzocken für sorglose Touristen.
So werden zum Beispiel auf einer Preisliste Preise angegeben, die zeigen sollen, wie viel es kostet, um zu den verschiedenen Pariser Sehenswürdigkeiten zu fahren.
Was einem anfänglich aber verschwiegen wird, ist, dass sich der Preis nur auf eine Person bezieht und nicht auf die Fahrt. Vorsicht also vor den Rikscha-Fahrern, vor allem am Eiffelturm und am Louvre! Auch das konnte ich live mit Peter Giesel für Achtung Abzocke aufdecken.
Muss man Angst in Paris haben?
Ganz klar: Nein.
Paris ist keine gefährliche Stadt.
Aber es ist eine Großstadt.
Mit gesundem Menschenverstand erlebt ihr hier eine fantastische Zeit:
- Wertsachen nicht offen tragen
- keine dubiosen Straßenangebote annehmen
- Restaurants mit Bildern meiden
- nachts dunkle Parks umgehen
Ich lebe hier mit meiner Familie. Ich gehe abends aus. Ich fahre Metro. Ich liebe diese Stadt.
Und genau deshalb schreibe ich solche Artikel – damit ihr Paris genauso entspannt erleben könnt.
Diese Artikel helfen euch bei der Planung
Paris mit einem lokalen Guide entdecken
Unser Tipp: Wenn ihr euch am Anfang unsicher fühlt, begleitet uns gerne auf einer deutschsprachigen Stadtführung. Am besten direkt am ersten Tag.
So bekommt ihr Insiderwissen, Orientierung und ein Gefühl für die Stadt – von jemandem, der hier lebt.
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158 Responses
Hallo Solene,
wir sind in der Woche vor Ostern in Paris und haben eine Wohnung gefunden, die für uns perfekt wäre, aber ich kann die Lage überhaupt nicht einschätzen.
Rue Scandicci, Pantin, ile le France, 93500
Ist das empfehlenswert? Wir sind 2 Frauen mit 2 Kindern. Wir werden zwar nicht spät in der Nacht unterwegs sein, aber bestimmt einmal bis 22 Uhr oder um den Dreh.
Kannst Du uns hier einen Rat geben, ob wir uns dort gut bewegen können ?
Hallo Vivian,
der Ort bietet sich gut für eine Unterkunft an, da man dort oft Wohnungen oder Hotels für einen günstigen Preis bekommt und trotzdem direkt an der Grenze von Paris ist. Der Ort selber ist jedoch nicht der schönste um dort etwas zu unternehmen, aber praktisch um schnell nach Paris zu kommen.
Viele Grüße, Helene von HelpTourists
Hallo, wir haben ein Hotel nahe der Metrostation Barbes-Rochechouart in der Rue die Faubourg gebucht. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das eine gute Wahl war.
Hallo Maria,
ich glaube du meinst die Rue Faubourg Saint-Denis, da es mehrere Straßen in Paris gibt die mit Faubourg beginnen. Es kommt nach Faubourg immer noch ein Name. Ich verstehe deine Bedenken, da es vor allem abends bei er Metro Station Barbès nicht so angenehm ist. Deswegen empfehle ich ich euch diese Station wie auch Gare du Nord und l’Est am Abend einfach zu meiden.
Lg Helene von Helptourist
Hallo, wir hätten ein Appartment in der 118 Rue Aboukir gebucht – die Metrostationen in der Nähe sind Bonne Nouvell / Strassbourg / Sentir – ist es dort gefährlich, da ja nicht allzuweit weg von den genannten Bahnstationen? danke! lg eva
Hallo Eva, ja die Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est sollte man lieber meiden, vor allem am Abend oder in der Nacht. Die Gegend ist eine typische Bahnhof Gegend so wie in jeder Großstadt, deshalb abends am besten nicht alleine dort aufhalten, das gilt auch für die Métro Stationen. Wenn ihr noch später am Abend unterwegs seid versucht lieber die Linie 3 bei Sentier zu nehmen. Viele Grüße, Helene von HelpTourists
Hallo Solene,
wir planen eine Reise im Mai nach Paris und habe wegen der Zimmergröße eine Ferienwohnung an bd de Grenelle im 15, Bezirk gebucht.. Nun finde ich den Bezirk weder unter den wenig ratsamen noch unter den beliebten Bezirk. Ich bin im Zweifel ob meine Buchung richtig war. -was meinst Du. Die Metro liegt vor der Tür und man kan alle Sehenswürdigkeiten gut erreichen.
Mit besten Grüßen Grüßen
Hallo Dieter,
Am Boulevard de Grenelle ist sehr schön, es gehört zu den Pariser Vierteln, die weniger bekannt sind aber ganz nett!
VG, Solène von HelpTourists